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Pferdezahnärztin Dr. Katrin Brunner bei der Arbeit. Foto: Andrea Pollak
Pferdezahnärztin Dr. Katrin Brunner bei der Arbeit. Foto: Andrea Pollak
Pferdezahnärztin Dr. Katrin Brunner bei der Arbeit. Foto: Andrea Pollak

Pferdezahnärztin Dr. Katrin Brunner bei der Arbeit. Fotos: Andrea Pollak

Au Backe - Dr. Katrin Brunner hilft!
Pferdefreunde sprach mit der engagierten Pferdezahnärztin

Dr. Katrin Brunner eröffnete im September 2008 ihre mobile tierärztliche Praxis für Pferdezahnbehandlungen, die sich inzwischen großen Zuspruchs erfreut. Pferdefreunde.isarbote.de war bei einer Behandlung dabei und sprach
mit der Pferdezahnärztin.

Andrea Pollak von Pferdefreunde
: Warum braucht ein Pferd einen Pferdezahnarzt?
Dr. Katrin Brunner: Pferdezähne sind entwicklungsgeschichtlich dafür ausgelegt, extrem abrasives Futter zu zermahlen und damit für den Magen-Darmtrakt verwertbar zu machen. Da aber unter heutigen Haltungsbedingungen - selbst bei 24 Stunden Zugang zu Rauhfutter - eine ausreichende Abnutzung kaum zu erreichen ist, muß der ungenügende Abrieb durch den Zahnarzt nachgeholt werden. Die Backenzähne haben bis zum Alter von ca. 8 Jahren ein echtes Längenwachstum, d.h. beim 8jährigen Pferd befindet sich eine bis zu 10cm lange Reservekrone im Kieferknochen. Diese wird jährlich um ca. 3mm vorgeschoben, was in etwa dem von der Natur vorgesehenen Abrieb entspricht. Kommt nun zum ungenügenden Abrieb auch noch eine fehlerhafte Zahnstellung - was durch die Zuchtauswahl hin zu immer zierlicheren Köpfen gar nicht so selten ist - entstehen neben schmerzhaften Zahnspitzen schnell schwerwiegendere Probleme wie Wellen-, Treppen- oder Scherengebisse. Werden diese nicht rechtzeitig korrigiert, können sich durch die ungleichmäßigen Druckverhältnisse Spalten zwischen den Zähnen bilden. In der Folge kann durch Einspießen von Futter und dessen bakteriellen Abbau Parodontose entstehen, was zur Lockerung des Zahnhalteapparates bis hin zum Zahnverlust führen kann.

Andrea Pollak: Was können für Beschwerden beim Pferd auftauchen,
wenn das Gebiss nicht stimmt?
Dr. Katrin Brunner: Ein mangelhafter Kauapparat macht sich je nach Ausprägung und Empfindlichkeit des Pferdes bemerkbar durch schlechte Futterverwertung, Gewichtsabnahme bis hin zu vermehrter Kolikneigung. Oft wird selbst bei schwerwiegenden Zahnproblemen noch gar kein Ausspucken von sogenannten "Heuwickeln" beobachtet, sondern es finden sich lediglich vermehrt grobe Futterbestandteile in den Kotballen oder es tritt übler Maulgeruch auf. Darüberhinaus leidet unter einer fehlerhaften Gebißstellung die Rittigkeit eines Pferdes, egal ob es gebißlos oder mit Trense geritten wird. Für eine entspannte Kopf-Hals-Haltung unter dem Reiter - Grundvoraussetzung für ein schonendes Aufnehmen von Last durch den Bewegungsapparat - ist eine optimale Kieferbeweglichkeit hilfreich. So kann unter Umständen auch Folgeproblemen wie Verspannungen, und Schiefenbildung vorgebeugt werden.

Andrea Pollak: Wie lange dauert eine Behandlung?
Dr. Katrin Brunner: Je eher man im Leben eines Pferdes mit regelmäßigen Zahnkontrollen und -korrekturen beginnt, umso weniger aufwändig und zeitraubend sind diese. War die Futteraufnahme und -Verwertung in der Aufzucht problemlos, sollte spätestens vor dem Einreiten die erste Zahnkontrolle erfolgen. So können schon vor dem Einlegen der Trense schmerzhafte Zahnspitzen abgeschliffen und eventuell vorhandene Wolfszähne entfernt werden. Gleichzeitig erfolgt ein frühzeitiges Ausgleichen von Unebenheiten der Kaufläche, so dass die Ausbildung eines Wellengebisses - oft bedingt durch einen unregelmäßig ablaufenden Zahnwechsel - gar nicht erst stattfinden kann.

Andrea Pollak: Wie oft soll man sein Pferd anschauen lassen?
Dr. Katrin Brunner: Hat man wie oben beschrieben frühzeitig mit Okklusionskorrekturen begonnen, sollte ein "ausbalanciertes", d.h. biomechanisch optimal funktionierendes Gebiß vorliegen. Um dieses zu erhalten, reicht meist eine jährliche Nachkorrektur aus. Bestehen bereits komplexere Fehlstellungen wie Wellen- oder Treppengebisse, empfiehlt es sich, das Behandlungsintervall anfangs kürzer zu wählen, um möglichst schnell wieder eine optimale Stellung zu erreichen. Danach kann wieder zu einem 12-monatigen Rhythmus übergegangen werden. Sollten bereits Zahnverluste vorliegen, ist zumindest beim jungen Pferd eine regelmäßig 6-monatig stattfindende Nachbehandlung nötig, um eine Meißelbildung des Gegenspielers zu verhindern. Ebenso erfordern angeborene Fehlstellungen wie zum Beispiel eine "Schiefnase" zeitlebens eine engmaschigere Kontrolle und Korrektur.

Andrea Pollak: Wie lange nach der Behandlung darf man dem Pferd kein Gebiß einlegen?
Dr. Katrin Brunner: Nach einer Routinebehandlung sollte ein bis zwei Tage auf das Einlegen einer Trense verzichtet werden, gebissloses Reiten ist jedoch schon am Tag nach der Korrektur erlaubt. Wurden Wolfszähne entfernt, muss die Abheilung der Extraktionswunden abgewartet werden, was in etwa eine Woche in Anspruch nimmt.

Andrea Pollak: Wie erreicht man Sie?
Dr. Katrin Brunner: Am besten per e-Mail oder auch telefonisch, wobei ich während einer Behandlung nicht ans Telefon gehen kann. Dann nimmt meine Mobilbox den Anruf entgegen, und ich rufe sobald als möglich zurück.

Dr. Katrin Brunner
Fachtierärztin für Pferde
Telefon 0049-170-3227908
e-Mail: pferdezahnmedizin@gmx.de
Internet: www.pferdezahnmedizin.de.

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