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Fotos: Andrea Pollak

Das Pferd weist den Weg
Anja Beran und Jana Lacey-Krone begeistern im Circus Krone

Der Circus Krone in München hatte jetzt seine Tore für das pferdebegeisterte Publikum geöffnet: Anja Beran, klassische Ausbilderin und Buchautorin aus dem Allgäu, sowie Jana Lacey-Krone, Direktorin des Circus Krone, hielten ihre 8. Fachtagung zum Thema "Pferdeausbildung mit Respekt und Gefühl ab". Diesjähriges Motto: „Das Pferd weist den Weg“. Den beiden profilierten Reiterinnen zur Seite standen zudem Tierärztin Elisabeth Albescu von der Tierchiropraktik Bayern und Kathrin Roida vom
Hofgut Ludwigshöhe.


Pferdeausbildung in Theorie und Praxis mit einer bunten Vielfalt an Pferden, von der Remonte bis hin zum Pferd für die Hohe Schule und der Freiheitsdressur, an der Hand und unter dem Sattel - LIVE in der Manege gab es dabei im Circus Krone zu sehen – und zu hören. Das fachkundige Publikum war begeistert. Und so zahlreich wie nie.

Jana Lacey-Krone: „Es ist immer etwas ganz Besonderes, vor einem so interessierten und fachkundigen Publikum sprechen zu dürfen. Die Stimmung war phantastisch, sehr kurzweilig und heiterer als sonst. Ein erfolgreicher Tag!“

isarbote.de: Ihr Wunsch an die Reiter?
Jana Lacey-Krone: „Mein Wunsch wäre, dass sich der Reiter selbst zurücknimmt und mehr auf jedes Pferd individuell eingeht. "Das Pferd weist den Weg", lautete nicht umsonst das Motto dieser Tagung. Denn jeder Tag, jede Situation ist anders und muss einfühlsam gemeistert werden.“

isarbote.de: Wie fühlt es sich an, auf einem Anja Beran Pferd zu reiten?
Jana Lacey-Krone (lacht): „Nicht anders als sonst, da unsere Pferde ebenfalls von ihr ausgebildet wurden.“


Auch Anja Beran war ebenfalls sehr angetan von der 8. Fachtagung und dem interessiertem Publikum. Anja Beran: „Am meisten gefreut hat mich, dass wir wieder mehr Besucher hatten als im Vorjahr und das bedeutet für mich, dass sich immer mehr Reiter für eine pferdegerechte Ausbildung interessieren und auf der Suche nach Fortbildungsmöglichkeiten sind! Die Zuwendung zur Klassischen Reiterei nimmt mehr und mehr zu und das ist großartig, da sie das Wohl des Pferdes stets im Auge hat!

isarbote.de: Ihr Wunsch an die Reiter?
Anja Beran: „Vom Reiter wünsche ich mir mehr NACHDENKEN; HINTERFRAGEN, kompromisslose LIEBE zum Pferd und OFFENHEIT, nur so wird er einen Zugang zu seinem Pferd finden und einer harmonischen Partnerschaft wird nichts im Wege stehen!“

isarbote.de: Ihr Rat an Reiter, die Probleme mit Ihren Pferden haben?
Amja Beran: „Meistens wird die Klage laut, dass das Pferd sehr demotiviert ist und nicht freudig kooperiert. Mein Rat dazu: - das Pferd abwechslungsreich zu trainieren, sonst wird es sich schnell langweilen – keine sich widersprechenden Hilfen geben, die Pferde verzweifeln, weil sie es nicht verstehen und resignieren – viel loben und dem Pferd die eigene Freude
zeigen, wenn es etwas gut macht, so wächst es stolz über sich hinaus – stets FEINE Hilfen geben, so bleibt es aufmerksam und sensibel - immer ausgeglichen dem Pferd begegnen, niemals zornig oder genervt zum Pferd gehen, dann kann man leicht unfair werden – immer beachten, ob das Pferd die gewünschte Leistung überhaupt bringen kann, sprich nie Überfordern, sonst verliert es die Lust und vor allem auch das Vertrauen in SIE – und gymnastizieren, gymnastizieren, gymnastizieren, denn nur in einem mobilen Körper, frei von Verspannungen, kann sich unser Pferd wohl fühlen und sich stolz und brillant zeigen!“

Das nächste Seminar mit Anja Beran findet am 13. Januar 2018 im Haupt- und Landgestüt Marbach statt. Das Thema lautet: „Blickschulung – pferdegerechte Ausbildung erkennen“. Nach einem interessanten Vortrag mit Zitaten und sehr anschaulichem Filmmaterial wird es auch noch eine praktische Demonstration mit Pferden verschiedener Ausbildungsstufen geben!


Tierärztin Elisabeth Albescu empfand die 8. Fachtagung als buntes, interessantes Programm, bei dem für jeden Pferdefreund etwas dabei war. Elisabeth Albescu: „Die Mischung aus Theorie, praktischen Tipps, lehrreichen Vorführungen und Spaß am Pferd war genau richtig. Ich finde, die Bandbreite von Freiheitsdressur, über Bodenarbeit bis hin zur perfekt gerittenen Piaffe und beeindruckenden Einblicken in die Working Equitation zeigt deutlich, was mit einem Partner Pferd, bzw. mit einem Pferd-Menschen-Team möglich ist.“

isarbote.de: Was machen oft Pferdebesitzer oft bei jungen Pferden verkehrt? Ihr Rat?
Elisabeth Albescu: „Pferde werden am besten mit 3 Jahren angeritten. Natürlich mit entsprechender Vorbereitung vom Boden. Auch sollte auf jeden Fall vor Beginn der Arbeit die Maulhöhle untersucht werden. Es muss kontrolliert werden, ob der Zahnwechsel ohne Probleme verläuft, störende Milchkappen entfernt werden und nach Wolfszähnen geschaut werden. Wird das versäumt, kann es dazu führen, dass dem jungen Pferd das Gebiss weh tut und so als negativ empfunden wird.

Oft wird das Pferd überfordert, in dem es die Hilfen von unten noch nicht versteht und der Reiter schon von oben einwirken möchte. Auch braucht das junge Pferd dringend seinen Hals als Balancierstange, vor allem wenn das Reitergewicht dazu kommt. Wird das Pferd durch Hilfszügel oder Reiterhand in eine enge oder tiefe Halsposition gezwungen, verliert es die Möglichkeit, mit Hals und Kopf auszubalancieren und wird die Muskulatur verspannen, um das Gleichgewicht halten zu können. Davon ist vor allem die Schultergürtelmuskulatur betroffen, die so auch nicht aufbauen kann. Schwung geht verloren und häufig kommt es auch
zu Taktfehlern.

Wichtig ist es beim jungen Pferd, auf den wachsenden Körper zu achten. Es gibt Phasen, in denen das Pferd noch mal stark wächst und an Substanz verliert. Auch Wachstumsschübe, die dazu führen, dass das Pferd plötzlich stark überbaut ist, müssen beachtet werden. Oft ist ein paar Wochen Pause zwischendrin nötig.

Häufig finde ich unterschiedlich bewegliche Kreuzdarmbeingelenke, die meist auch in der Beweglichkeit der Kruppe zu sehen sind. Auch das nicht nach innen oder außen fußen eines Hinterbeines zeigt Blockaden im hinteren Rücken oder Kreuzbeinbereich, oft ausgelöst durch die natürliche Schiefe des Pferdes. Im Genick und Halsbereich zeigen Remonten meist einseitige Probleme, die von der Schiefe des Pferdes, aber auch der Hand und dem Sitz des Reiters ausgelöst werden. Ein Reiter, der selber schief im Becken ist oder wenig beweglich in der Wirbelsäule, wird den Muskelaufbau und das Geraderichten seines Pferdes erschweren.

Grundsätzlich sollte ein junges Pferd vor Anfang der Longierarbeit und des Anreitens chiropraktisch behandelt werden. Dadurch können Blockaden, die durch Spielen mit den Kumpels, diversen Stürzen auf der Koppel oder Fehlstellungen der Hufe entstanden sind, gelöst werden. Das Pferd ist dann körperlich vorbereitet für die neuen Anforderungen. Auch macht es Sinn, den Rücken einige Monate nach dem Anreiten noch mal zu kontrollieren, da durch die neue Belastung oft Schonhaltungen entstehen.


Kathrin Roida betreibt seit 2012 betreiben ihren kleinen Hof in Fürstenfeldbruck in Selbstständigkeit. Kathrin Roida: „Der Pferdeausbildung widme ich mich aber bereits mein halbes Leben.“

isarbote.de: Ihr Rat für Reiter?
Kathrin Roida: „Gegenseitiger Respekt, aufbauend auf einer gewissenhaften, liebevollen Ausbildung. Die Bedürfnisse des Pferdes wahren und immer den körperlichen und geistigen Nutzen für das Pferd als Individuum, an oberster Stelle sehen. Nur so kann meiner Meinung nach die Ausbildung gesunderhaltend und nachhaltig sein.

isarbote.de: Was sollte der Reiter bei der Handarbeit beachten?
Kathrin Roida: „Bei der Handarbeit steht man sehr nah am Pferd. Damit keine Risiken für Mensch und Pferd entstehen, hat die Schulterkontrolle, die bereits bei der Basisarbeit etabliert wird, oberste Priorität. Gelingt es uns, die Schultern vom Pferd zu "kontrollieren", und es trotz der Nähe auf Distanz zu halten, steht der weiteren Ausbildung mit feinsten Hilfen
nichts im Wege.

Ana Beran ii Bodenarbeit

Anja Beran.

Anaju Beran
Jana Mandana mit Anja Beran

Jana Lacey-Krone mit Anja Beran.

Jana Mandana und Anja Beran
Jana Mandana zeigt ihre Zirkuspferde.
Jana
kuscheln
Stefansberger

Interessiertes Publikum.

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