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Abenteuerritt_Eva mit den Pferden
Abenteuerritt_In aller Frühe brechen wir auf

In aller Frühe brechen wir auf.

Eva mit den Pferden.

Abenteuer wir kommen!

„Das schafft der Gaul doch gar nicht!“ oder „Ihr seit doch komplett verrückt!“ sind die ersten Reaktionen, als wir im September diesen Jahres von unserer Idee erzählen. Was wir vorhaben? Wir wollen im April 2017 mit unseren beiden Pferden, Paula und Apanachi, von München ins Rheinland reiten. Alleine 600 km Luftlinie und das in
5 Wochen mit je 1 PS. Wir wollen zeigen „das schafft der Gaul sehr wohl!“
Pferde sind Steppentiere. Sie laufen den ganzen Tag auf der Suche nach Nahrung. Ein wirkliches Training in Richtung Ausdauer fängt also erst bei knapp 20 km an, vorausgesetzt das Pferd wird regelmäßig bewegt. Wir neigen heutzutage oft dazu unsere Pferde zu unterschätzen. So oft haben wir schon festgestellt, dass sie uns überraschen mit Leistungen, die wir ihnen gar nicht zugetraut hätten. Wichtig ist natürlich eine solide Vorbereitung, mental und körperlich. Dazu zählen Gelassenheit, Verkehrssicherheit, Ausdauer und Kraft und dann schafft das auch ein ganz normales Pferd.

10.12.2016: Heute steigen wir frühmorgens auf die Pferde und reiten los. Perfektes Wetter und das im Dezember. Schöner könnte es nicht sein. Es stehen 40 km Tagesritt auf dem Trainingsplan mit Zwischenziel Stefansberg im Landkreis Fürstenfeldbruck. Wir möchten schauen, wie die Pferde nach unserem bisherigen Training so eine Strecke verkraften.
Den Weg kennen wir bereits von einem Ausflug zwei Jahre vorher. Somit bleibt uns lästiges Wege finden erspart und wir kommen zügig voran. In den letzten Wochen haben wir mit den Pferden einiges zur Vorbereitung auf den großen Wanderritt im Frühjahr geübt. Dazu gehören unter anderem ein kontinuierliches ruhiges Schritttempo und das Einparken an Baumstämmen und Bänken zum Aufsteigen. Die Übung macht sich schon jetzt bezahlt, nachdem wir die Pferde eine steile Strecke bergab geführt haben und sie brav und ruhig an der nächsten Bank zum Aufsteigen einparken, trotz angrenzender Landstraße.
Nachdem wir den ersten Ort verlassen haben, kommen wir in ein langes Waldstück. Dort lassen wir die Pferde nach gut 1 1/2 Stunden Reitzeit etwas ausruhen. Wie wir feststellen, will auch das gelernt sein. Während Paula sich genüsslich dem Gras zuwendet, ist Apanachi immer noch so aufgedreht, dass sie nur hier und da einen Büschel abreißt und dann weiter gehen möchte. Für den Wanderritt ist es sehr wichtig, dass die Pferde lernen die Pausen für sich zu nutzen. Nicht unbedingt nur zum Fressen, sondern auch zum Ruhen. Nach 10 Minuten beschließen wir deshalb weiter zu reiten. Wirklich Ruhe kehrt nämlich nicht ein.
Wir durchqueren noch zwei weitere Orte, teils entlang von Hauptstraßen und durch Unterführungen hindurch. 3 Stunden haben wir bis Stefansberg und somit unsere ersten 20 km gebraucht. Wir sind selber überrascht, sind wir doch hauptsächlich Schritt geritten.

Hier in Stefansberg machen wir ca. 2 Stunden Pause. Wir stellen fest, dass die Pferde nach dem ersten Heu fressen tatsächlich anfangen zu dösen und sich ausruhen. Noch haben wir wenig Gepäck dabei, lediglich ein paar Reflexdecken, falls wir später im Dunkeln weiter reiten müssen. Für den Wanderritt bekommen die Pferde noch Packtaschen mit insgesamt 9 kg Gewicht hinten, sowie Schlafsack und Zaunmaterial zusätzlich aufgeladen. Seit Wochen wird die Packliste überarbeitet und unnötiges gestrichen. Ein erster Packversuch zeigt, wie stark wir uns einschränken müssen.

Für die Unterkünfte auf dem Wanderritt haben wir die ersten Stationen vorgebucht. Danach können wir teilweise auf sehr hilfsbereite Angebote von Privatleuten zurückgreifen, die uns schon jetzt kontaktiert haben. Größtenteils müssen wir aber auch vor Ort schauen, wo wir unterkommen. In 35 Tagen Wanderritt kann sowohl mit den Pferden, als auch mit uns, eine Situation auftreten, in der wir spontan nicht weiter kommen. Daher benötigen wir eine gewisse Flexibilität in der Unterkunftssuche. So bleibt der Ritt im Frühjahr vor allem eins:
Ein Abenteuer!

Für heute packen wir wieder unsere sieben Sachen auf die Pferde und machen uns an den Rückweg. Da die Pferde gut in Form sind, trauen wir uns einen langen Trab. Apanachi als ehemaliger Traber steckt so eine Distanz, auch durch ihr gutes Training, locker weg. Bei Paula merken wir, dass sie ein deutlich ruhigeres Tempo geht, dafür aber gleichmäßig und im Takt. Wir befinden das für in Ordnung, da sie auch einiges mehr an Winterfell mit sich schleppt. Sie wird wohl noch ein wenig an der Ausdauer arbeiten müssen. Aber auch das ist kein Grund zur Sorge. Schließlich haben wir diesen Tagesritt eben genau deshalb ausgewählt und wir wissen, dass Apanachi ab 30 Kilometer anfängt, zügiger als ohnehin schon zu laufen.
Am Stall zu Hause angekommen bekommen die Pferde ihr Kraftfutter. Am nächsten Tag werden wir sie locker auf dem Platz bewegen. Auch ein Geländepferd benötigt eine solide Gymnastizierung und Kräftigung im Vorfeld. Nur so können die Pferde uns Menschen und das Gepäck auch ohne Schaden oder unnötigen Verschleiß tragen. Das ist uns sehr wichtig.

Die nächste Zeit werden wir damit verbringen, die genaue Route für die Tour im April zu
planen. Außerdem ist an unseren Ritt ein wichtiges Projekt geknüpft, dass es ebenfalls gilt zu organisieren. Wir möchten den Wanderritt zugunsten eines Reittherapiezentrums veranstalten. Einige persönliche Umstände haben diese Idee mit sich gebracht und wir freuen uns schon sehr darauf, auch anderen eine Freude mit diesem Wanderritt machen zu können. Das Wichtigste am Wanderreiten ist schließlich die Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft untereinander. Das sind Werte, die wir gerne weiter geben möchten. Wir möchten es durch die gesammelten Spenden einigen Menschen ermöglichen, diese Therapie machen zu können, denn in der Regel übernimmt die Krankenkasse keine Kosten.

Wenn ihr mehr über uns und unser Projekt erfahren möchtet, Fragen an uns habt oder helfen möchtet, besucht uns gerne unter www.im-sattel-von-muenchen-ins-rheinland.de oder in unserem Blog auf facebook (@imsattelvonmuencheninsrheinland).

Abenteuerritt_Lisa und Apanachi
Abenteuerritt_Zufrieden am Zwischenziel in Stefansberg

Zufrieden am Zwischenziel in Stefansberg.

Lisa und Apanachi.

Abenteuerritt_Wir machen uns auf den Heimweg

Wir machen uns auf den Heimweg.

Noch ist wenig Verkehr.

Abenteuerritt_Noch ist wenig Verkehr
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